"[. . .] Innerhalb ihrer Erziehung und Ausbildung war es ein wichtiger Schritt von weitreichender Bedeutung, daß heranwachsende Adlige während der Altersphase der adolescentia aus dem ihnen bis dahin vertrauten Umfeld des häuslich-elterlichen Milieus heraustraten, um in veränderte Umgebung und orientiert auf andere Bezugspersonen in untergeordneten, dienenden Funktionen an Ereignissen und Begebenheiten teilzunehmen, die adlige Lebensführung in wichtigen Wesenszügen und Einzelaspekten [. . .] in besonderer Weise bestimmten und prägten. Vornehmlich waren es Hilfsdienste und Handreichungen für ihre Herren, die sich aber auch zu Repräsentationspflichten und Ehrendiensten erweitern konnten, die es hierbei zu leisten galt. [. . .] Diese Erziehung bedeutete vornehmlich Lernen aufgrund persönlicher Erfahrung und Anschauung."
(Fenske, Der Knappe, S. 89)